Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch | Rezension

Worum geht es?

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

11427927

Wie war mein Eindruck?

COVER/GESTALTUNG  Das Cover finde ich persönlich super. Ich muss sagen, es war ein halber Coverkauf, denn ich hab eine riesige Schwäche für London. Das Cover zeigt einen Ausschnitt von London, eine Lupe weißt auf den Handlungsplatz Covent Garden hin, worum es sich in dem Buch hauptsächlich dreht. Außerdem ist die Themse sehr schön hervorgehoben, denn auch sie spielt eine Rolle in dem Buch. Die kleinen Totenköpfe mit dem winzigen Big Ben bei dem Namen des Autos finde ich außerdem ganz witzig.

HANDLUNG  Die Handlung in diesem Buch teil sich auf in zwei Stränge: zum einen jagt Constable Peter Grant zusammen mit seinem Meister einen mordenden Geist aus vergangener Zeit, zum anderen hat der junge Polizist alle Hände voll zu tun, zwischen Mama Themse und Papa Themse Frieden zu bewahren. Anfangs kam ich schwer rein in die Handlung. Peter nimmt nach viel zu kurzer Zeit einfach so hin, dass es Zauberer, Vampire, Götter, Geister und noch viel mehr übernatürliche Wesen gibt, genauso wie seine Kollegin und Freundin Lesley. Damit klarzukommen, fand ich sehr schwer. Allerdings beginnt die Geschichte zügig, ein mysteriöser Mord, ein Geist als Zeuge, Covent Garden. Super! Allerdings sind die 480 Seiten umfangreich mit Namen, Handlungen, Lösungen und Beschreibungen von London verwirrend vollgepackt. Häufig kam ich durcheinander, musste zurück blättern und noch einmal nachlesen. Auch häufige Pläne und Lösungen von Peter haben mich öfters stutzen lassen, da ich es einfach nicht nachvollziehen konnte, woher er dieses Wissen auf einmal nimmt. Der Teil mit der Punch-und-Judy-Show war für Laien auch sehr schwer nachzuvollziehen. Ich selbst habe danach erst einmal am PC gesessen und gegoogelt, was es denn mit Henry und Punch auf sich hat. Es war einfach verwirrend und chaotisch. Hinzu kommt, dass die beiden Handlungsstränge nicht zusammenhängen, sondern wirklich einzeln ablaufen und somit der Teil mit den Göttern zwar interessant, aber recht oberflächlich dargestellt und auch unnötig ist. Der Part mit dem Zaubern lernen hat öfters ein Fragezeichen in meinen Kopf gerufen, denn ich konnte mir diese Beschreibung von Zauberformeln nur schwer aneignen und verstehen. Gegen Ende gewinnt die Handlung noch einmal an Fahrt. Durchgängig spritzt in dem Buch blut, es passieren Morde und ungewöhnlich Dinge. Gesamt muss ich sagen, dass die Handlung sehr komplex ist, man muss wirklich am Ball bleiben und sich konzentrieren beim Lesen, damit man auch keine Fakten durcheinander bringt.

CHARAKTERE  Peter Grant erzählt seine Geschichte mit herrlich bissigen, englischen Humor. Besonders gefallen hat mir, dass er ein dunkelhäutiger Constable ist, der einen Migrationshintergrund hat, sein Vater drogenabhängig und seine Mutter Putzfrau ist. Es war einfach mal etwas ganz anders. Allerdings erscheint er mir auch recht oberflächlich, recht leichtgläubig, was Magie und den ganzen Kram betrifft, und außerdem ein wenig speziell. Dennoch habe ich mich an ihn gewöhnt und auch recht lieb gewonnen! Lesley, seine Freundin und Kollegin bei der Polizei, ist ebenfalls recht leichtgläubig, allerdings kombiniert sie schnell und ist sehr intelligent. Dann gibt es noch Nightingale, der Lehrmeister der Zauberei, der nicht auf alle Fragen eine Antwort geben will, seinen Lehrling gerne selbst alles erkunden lässt, aber dennoch ganz witzig auf Trab ist. Die restlichen (magischen) Charaktere, haben alle ihre persönliche Besonderheit, allerdings erscheinen mir viele reichlich oberflächlich dargestellt. Trotzdem gibt es super Ideen: das fahrende Vol von Papa Themse hat mich zum Beispiel wirklich mitgerissen, Oxley und Isis besonders!

SCHREIBSTIL  Aaronovitch schreibst sehr ausführlich und London erwacht vor meinem Augen zum Leben. Sehr detailliert geht er auf einzelne Schauplätze ein. Zu dem baut er einen herrlichen Humor zwischen die Dialoge ein, die mich das ein oder andere Mal haben schmunzeln lassen. Allerdings streckt sich das Buch auch und die 480 Seiten ziehen sich an manchen Stellen unnötig dahin.

FAZIT  Wie Harry Potter ist es nicht! Dennoch erschafft der Autor ein schönes London mit einem chaotischen Constable und Meister-Duo auf der Spur eines mordenden Geistes. Neben einigen magischen Wesen tauchen allerdings ein paar Ungereimtheiten und auch verwirrende Lösungen auf, die den Leses öfters mal zurückblättern lassen. 480 Seiten, die sich manches Mal ziehen, aber auch mit herrlichen Humor gespickt sind, überlässt es jedem selber, ob man sich an diese komplexe und chaotische Handlung wagt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s