Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness | Rezension

Worum geht es?

Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt …

Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise – es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen …

Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness

Wie war mein Eindruck?

COVER/GESTALTUNG  Das Cover ist ein kleiner Hingucker für sich. Es zeigt eine düstere Stimmung – ein Friedhof mit einer großen Eibe (die ja auch eine bedeutende Rolle in dem Buch spielt) sowie ein dämmernder Himmel mit grauer Stadt im Hintergrund. Das Buch ist mit vielen Illustrationen zwischen den Seiten verziert, die einen in den Bann ziehen und die Geschichte untermalen. Man kann viel in die wunderbaren Zeichnungen interpretieren und sie passen stets zum Geschehen, verleihen dem Ganzen etwas Besonderes. Man entdeckt immer wieder etwas Neues!

HANDLUNG  Im Mittelpunkt stehen Conor, seine schwerkranke Mutter sowie eine alte Eibe. Alle paar Tage, sieben Minuten nach Mitternacht, erwacht die Eibe zum Leben und versucht, das Conor die Wahrheit akzeptiert. Sie lastet schwer auf ihm, dazu kommen noch Mobbing-Aktionen seiner Mitschüler, einem Vater, der bereits eine neue Familie im Ausland und kein Platz für seinen Sohn hat sowie eine Großmutter, mit der er sich überhaupt nicht zu verstehen scheint. Die Handlung wurde wunderbar dargestellt, im Laufe der Geschichte entdeckt man immer mehr von Conor und seinem Leben, der Wahrheit, die er noch nicht anerkennen will. Es ist unendlich traurig,zugleich stimmt es einen selber nachdenklich. Das Ende hat noch einmal richtig auf die Tränendüse gedrückt – alles in allem ein durchdachter Plot, der auf jeden Fall lesenswert ist.

CHARAKTERE  Conor ist ein 13-jähriger Junge, der in der Schule Mobbing-Opfer ist, nicht mit seiner Großmutter klarkommt und sehr an seiner Mutter hängt, die ihn ab dem sechsten Lebensjahr allein großgezogen hat. Ich konnte ihn sofort ins Herz schließen, er ist besonders in seinen Träumen so unglaublich unschuldig, ehrlich, so kindlich und es tut einem in der Seele weh, wie er leidet. Er hat etwas an sich, er hat Tiefe und auch seine Fehler, die jeder nur zu gut kennen wird. Seine Mutter ist schwer krank und je weiter der Krebs voranschreitet, desto mehr scheint sie sich dagegen zu sträuben, Conor die Wahrheit zu sagen. Sie hat dieses typisch mütterliche an sich. Sowohl Großmutter als auch Vater haben ihre Rollen und auch ihre Stärken bzw. Schwächen, ihren eigenen Charakter, der sie ausmacht. Allgemein sind die Charaktere sehr gelungen.

SCHREIBSTIL  Der Schreibstil von Ness ist zwar sehr an Kinder bzw. junge Jugendlich gerichtet, aber dennoch unglaublich schön. Er ist auf der einen Seite einfach, auf der anderen tut er einfach nur weh. Es liest sich wunderbar schnell weg, die Seiten fliegen nur so dahin und am Ende sind Tränen garantiert.

FAZIT  Ein einzigartiges Buch, das unter die Haut geht. Der Autor schreibt die Idee von Siobhan Dowd mit einem wunderschönen Stil nieder, die Handlung ist besonders und zieht den Leser in den Bann. Man fiebert mit Conor mit, staunt, kämpft und weint mit ihm lernt die Eibe und das Leben kennen, auf der Suche nach der grausamen Wahrheit. Ein tränenreiches, aber herrliches Buch für Jung und Alt!

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