Wonder von R.J. Palacio | Rezension

Worum geht es?

August ist anders. Dennoch wünscht er sich, wie alle Jungen in seinem Alter, kein Außenseiter zu sein. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. Er weiß, dass die meisten Kinder nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Am liebsten würde er gar nicht auffallen. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist – wie August.

Rezi2

Kinder than is necessary. Because it’s not enough to be kind. One should be kinder than needed.

Wie war mein Eindruck?

Ich bin vollkommen ohne Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Mit dem Inhalt hatte ich mich nicht viel auseinandergesetzt, daher hat es mich umso mehr positiv überrascht. Ich war mir nicht sicher, ob dieses Buch etwas für mich ist. Durchweg gab es nur Gutes über die Geschichte zu hören, dennoch war ich skeptisch. Als ich jedoch immer mehr und mehr in das Umfeld der Familie Pullman blicken durfte, desto gefesselter war ich. Das Leben, das sich um August dreht, seine Familie, die Entstellung seines Gesichts. All die damit verbundenen Ängste und Erfahrungen. Und auf einmal soll er lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, zum ersten Mal in seinen Leben zur Schule gehen. Zwischen den Seiten befanden sich so viele Gefühle, zig Gedanken und Ängste. Man konnte mitten in Augusts Leben blicken. Und auch ein wenig darüber hinaus.

Everyone deserves a standing ovation because we all overcometh the world.

Durch die unterschiedlichen Perspektiven durfte ich hinter die Kulissen blicken. Man erfährt über die Denkweise von Via, Augusts älterer Schwester, die selbst noch zur Schule geht und versucht, ihr eigenes Leben dem ihres kleinen Bruder unterzuordnen. Ich traf Jake und Summer, die eine wichtige Rolle in Augusts neuen Lebensabschnitt spielen und die so wunderbar fantastisch sind. Es gab Justin, der in diese vollkommene neue Welt stolpert und sich wohlfühlt. Und es gab Julian, Henry, Amos, Miles und all die anderen Kinder, hinter denen so viel mehr steckt. Abgesehen davon, dass mich das Buch wirklich überzeugen konnte, gab es doch ein paar Kleinigkeiten, die nur die 4 Sterne-Wertung gebracht haben. Ein wenig gestört hat mich manchmal das Verhalten, die Denkweise und Dialoge, denn allesamt kamen reifer rüber, als das die meisten Zehnjährige so agieren würden. Zudem hat mir das kurze Anschneiden, dass die Kinder sich bereits auf Facebook rumtreiben und Handys besitzen, erheblich gestört. Wären sie zwei, drei Jahre älter gewesen, hätte ich noch drüber wegsehen können. Aber mit zehn?

R

Nichtsdestotrotz mag ich die Geschichte. In diesem Buch sind vor allem die Reaktionen von Kindern so unglaublich ehrlich verpackt, die auf Menschen treffen, die eine Behinderung haben. Wie sie handeln, wie sie miteinander reden, wie sie zueinander stehen. Oftmals konnte ich mich selbst entdecken: Schaut man wirklich unauffällig hin, auch wenn man es eigentlich nicht will? Ist man anderen gegenüber so verletztend? Zusammen mit August wächst man, ich konnte lachen und auch ein wenig weinen. Und zwischendurch geschehen kleine Wunder, oh, ich mochte die Szene bei dem Schulausflug so gerne! Und dieses geschickte Einfädeln der Perspektiven, dass man mehr über die Personen im Umfeld erfährt und nebenbei ihre Gedanken und Gefühle August gegenüber leicht einfließen.

Sometimes you don’t have to be mean to hurt someone.

Ein kleiner Bonus war das Kapitel über Julian. Ich mocht es wirklich sehr gerne. Man erfährt so einige Dinge, die einem sonst verborgen geblieben wären. Zum einen ein wenig Hintergrund über Julians Leben und seiner Familie, zum anderen seine Beweggründe, wie er sich in den Situationen fühlte, was er dachte und das Geschehen an sich. Ich empfehle es euch, ein kleines Muss für jeden, der die Geschichte auch so mochte wie ich es tu.

Ein kleines Wunder, dieses Buch.

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