Breaking Bad | Serialtalk

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Irgendwie habe ich mich ziemlich lange vor dieser Serie gedrückt. Viele aus meinem Umfeld schwärmten davon, wie genial doch die Serie „Breaking Bad“ ist. Selbst mein Medienprofessor lobte sie in höchsten Tönen. Ich wusste lediglich, dass es sich irgendwie um einen Chemielehrer handelt, der an Krebs erkrankt ist und Drogen produziert. Im Grunde ist es auch so, aber irgendwie auch nicht. Es ist schwer, meine Gedanken über diese Serie auszudrücken. Die letzten Tage beschäftigte mich aber vor allem mit der Frage: Hat mir die Serie gefallen? Ich möchte keine umfassende Rezension schreiben, allerdings befürchte ich, dass meine Ausführungen sonst zu grob werden. Die Serie besteht aus fünf Staffeln um die je 13-16 Folgen. Und wenn ich die Serie in drei Worte beschreiben müsste, würde ich sagen: Wüstenstaub, krankhaft und dreckig.

Worum geht es?

Es geht um Walter White, der Chemie in der Highschool unterrichtet und an seinem 50. Geburtstag die Diagnose Krebs erhält. Für ihn und seine Familie ein Schock! Nicht schon schlimm genug, deckt Walters Krankenversicherung nicht die umfassende Krebsbehandlung und auch allgemein ist die Familie relativ knapp bei Kasse. Während er seinen Schwager Hank, der bei der DEA arbeitet, bei einer Drogenrazzia begleitet und sieht, wie viel Geld Dealer verdienen, kommt ihm die Idee, selbst ins Drogengeschäft einzusteigen. Er beobachtet seinen ehemaligen Schüler Jesse Pinkman, wie dieser vom Tatort flieht. Wenig später klopft er an Pinkmans Tür. Und auf die DEA wartet bald ein kniffliger Fall namens Heisenberg – dem neuen Spitzenkoch von Meth.

„I’m not in the meth business. I’m in the empire business.“ – Walther White

Wie war mein Eindruck?

Bevor ich ein wenig mehr zu Handlung sage, möchte ich einmal kurz die Charaktere vorstellen. Walter White ist zu Anfang der Serie eine schwache Persönlichkeit. Seine Authorität geht gegen Null. Er lässt sich von seiner Frau unterbuttern, schiebt Überstunden bei seinem Zweitjob und besitzt überragende Chemiekenntnisse. Während der fünf Staffeln entwickelt sich sein Charaker, leider nicht zum Guten. Er ist wie einer dieser Typen, die von seinen Freunden in etwas Waghalsiges geschubst werden. Nachdem er die Prüfung gemeistert hat, treibt er es allerdings zu weit. Zuerst wirkt es unterhaltsam, aber es wird immer schlimmer und seine Freunde wollen es ihm ausreden. In etwa: Lass gut sein und nach Hause gehen .. ernsthaft Walter…Halt! Walter! Verdammt! Was tust du da!? Ganz ehrlich? Ich hasse Walter White. Seine Entwicklung ist allerdings verdammt gut gelungen. Er manipuliert, wird risikobereitet, kalter, entfremdet sich – er ist stolz auf sein Ruf als „Heisenberg“. Schließlich kocht er das beste Meth auf dem Markt.

I am the one who knocks.” – Walter White

Dann gibt es da noch Jesse Pinkman. Pinkman hilft Walter, sich in dem Drogengeschäft einzufinden. Sie werden Partner. Pinkman ist in guten Verhältnissen aufgewachen, jedoch hat seine Drogensucht ihn ein gewaltiges Bein gestellt. Ich liebeliebeliebe Jesse! Für mich ist er die interessanteste Person der Serie gewesen. Er ist eher der tollpatschige Typ, der mit der Zeit selbst Initiative ergreift. Er macht ebenfalls eine große Entwicklung durch, nur in eine andere Richtung als Walter. Er kennt Grenzen, er will sich an seine eigenen Regeln halten. Er ist menschlich, verletzlich, hat Gefühle und versucht, irgendwie zu überleben.

Über die weiteren Charaktere wie Hank, seine Frau Marie, Walters Frau Skyler, sein Sohn Walter jr., der Anwalt Saul Goodman und auch die gesamte Crew von Gus Fring könnte ich Stunden labern. Warum? Weil ich finde, dass die Charaktere das Beste der Serie gewesen sind. Ich vergöttere Hank, Saul Goodman und Mike! Doch das würde den Rahmen sprengen und einiges vorausnehmen.

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Auch wenn die Handlung gut war, muss ich sagen, dass sie doch recht langsam voranschritt. Wie eine Schnecke. Bei manchen Folgen stellte sich mir die Frage: Was treibt die Handlung mit diesem Geplänkel voran? Zugegeben: Es wirkt realisitisch. Die gesamte Geschichte umfasst neben dem „Geschäft“ auch das Privatleben der Charaktere. Vor allem Walters Familie spielt eine große Rolle bei der Serie. Nicht nur, dass sein Schwager bei der DEA arbeitet: Seine Frau wird misstrauisch, sein Sohn steht so manches Mal zwischen den Stühlen. Am Anfang kochen Walter und Jesse primitiv in einem Wohnmobil Meth – das beste auf dem Markt! Es ist ganz witzig den beiden zuzusehen, wie zwei vollkommen verschiedene Welten aufeinanderkrachen, nur mit dem Ziel vor Augen: Geld. Massig Geld.

Während der Staffeln machen sie sich einen Namen, Walter wird zum Spitzenkoch namens Heisenberg. Jesse übernimmt das Geschäftliche wie neue Kunden ausfindig zu machen. Und je mehr sie den Bekanntheitsgrad ihres Meths steigern wollen, desto tiefer fallen sie eigentlich in die ganze Scheiße. Es wird immer dreckiger, immer tödlicher, immer mehr Risiko im Nacken. Die Schlinge zieht sich zu und am Ende ist nichts mehr von den alten Walter White und Jesse Pinkman übrig. Nichts. Es gibt Tote. Unzählige. Einige haben mir regelrecht das Herz gebrochen.

„I’m done, okay? You just give me my money, and you and I, we’re done.“- Jesse Pinkman

Doch nun zurück zu meiner Frage: Gefiel mir Breaking Bad? Die Serie hat mich weder vom Hocker gehauen noch enttäuscht. Es war okay. Meiner Meinung nach war die finale Staffel die beste von allen. Es kribbelte nur vor Spannung, während die vorherigen mich eher gähnend zurückgelassen haben. Die komplette Handlung baut Stein für Stein auf, um im letzten Moment einfach in alle Richtungen zu explodieren. BOOM. Ich hatte einfach mehr Chemiekram, mehr Kochen erwartet. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben soll. Umso mehr freue ich mich, das vor kurzem die Spin Off-Serie „Better Call Saul“ erschienen ist, die sich rund um einen meiner liebsten Charaktere, dem Anwalt Saul Goodman, dreht. Ich bin mega schwer gespannt auf seine Geschichte, bevor er Walter und Jesse traf!

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6 Gedanken zu “Breaking Bad | Serialtalk

  1. haliona schreibt:

    Toll geschrieben! Ich habe noch nicht alle Folgen gesehen, aber ich finde die Geschichte sehr gut und spannend umgesetzt (zumal auf realen Fakten basierend, W.W gabs wirklich undm hieß auch so, hatte wirklich Krebs usw.). Sie lebt von ihren facettenreichen Charakteren und die Entwicklung ist tatsächlich manchmal etwas langsam, aber nimmt dann wieder Fahrt auf. Im echten Leben hat man ja auch nicht jeden Tag Action bis zum Abwinken. Ich stimme dir zu: Die Charaktere entwickeln sich – nicht jeder zum Guten und manche gänzlich unerwartet. Ich finde sie bislang wirklich toll und sie ist nicht umsonst so bekannt.

    • 3millionen schreibt:

      Danke 🙂 Oh, basierend auf wahren Begebenheiten? Da muss ich mal tiefer forschen, interessant! Eben, das Langsame ist widerum auch sinnvoll, gerade bei der Entwicklung der Charaktere. Es hat einfach auch gut das „Alltagsleben“ gezeigt, das hat mir gut gefallen. Wie so langsam alles stückchenweise auseinanderfällt und Walter es irgendwie immer wieder zusammenhalten will. Hab noch viel Spaß bei den restlichen Folgen, die letzten sind wirklich guuuut!

  2. pfefferkuchen schreibt:

    Aaaah, das war eine supergute Zusammenfassung! Du hast irgendwie alles in Worte gepackt, was mir schon lange dazu auf der Zunge liegt. Ich hab mich auch eeeewig davor gedrückt, „Breaking Bad“ zu gucken.. Wahrscheinlich genau deshalb, WEIL alle Leute so davon geschwärmt haben. Und als ich die erste Staffel gesehen habe, war ich sowas von enttäuscht, weil es so langweilig war – Hier hüpfe ich mal auf und ab und zeige auf diesen Honest Trailer: 2:35 – 3:16 https://www.youtube.com/watch?v=oDqGAUvWKkU – Aber irgendwann wurde es dann okay, ja. 😀
    Alles, was du zu den Charakteren zu sagen hattest, trifft bei mir ebenfalls zu [außer Hank, ich hasse Hank :D]. Ah, und „Better Call Saul“! Hast du schon reingeschaut? Ich find’s supercool! ❤

    • 3millionen schreibt:

      Dankeschön! 🙂
      Hahaha, mega gut! :’D Das Video fasst das Ganze ziemlich genau zusammen.
      Mit „Better Call Saul“ warte ich noch ein wenig, dann muss ich nicht so lange auf neue Folgen warten, hehe. Bisher hab ich nur Positives gehört! Ist es, naja, bisschen „witziger“ als BB?

      • pfefferkuchen schreibt:

        Ja, schon irgendwie. Saul ist halt einfach so ein herrlicher Charakter, da muss das ja einfach an vielen Stellen witziger sein. ;D Aber die Show hat auch einen recht ordentlichen Plot [würde ich nach den paar Folgen jedenfalls behaupten] und ihre ernsten Seiten, ganz klar. Ich freu mich schon drauf, zu hören, was du davon hälst. :))

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