Schnee wie Asche von Sara Raasch | Rezension

Auf „Schnee wie Asche“ von Sara Raasch, ein Buch aus dem Young Adult High Fantasy Genre, war ich schwer gespannt! Zig Booktuber aus aller Welt haben diese Schönheit bereits vor die Kamera gehalten, der Inhalt klang einfach unglaublich gut. Und der cbt Verlag hat das wunderbare Cover sogar aus dem Englischen übernommen.

Glücklicher strahlend konnte ich gar nicht, als ich das Buch dann endlich in den Händen halten durfte. Danke dafür an den cbt Verlag! Von allen Seiten regnete es überaus positive Meinungen. Nach dem ich „Schnee wie Asche“ durch hatte, war ich einfach nur ratlos. Ich war enttäuscht von dem Buch. Maßlos enttäuscht. Wahrscheinlich war es einfach ein Fehler, meine Erwartungen so hoch zu schrauben. Oder ich verschätze mich inzwischen was High Fantasy als Jugendbuch angeht.

Dieses Leseexemplar habe ich vom cbt Verlag im Austausch gegen eine aufrichtige Rezension zur Verfügung gestellt bekommen.

Worum geht es?

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit die verwaiste Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit nur einem Ziel vor Augen: die Magie und die Macht von Winter zurückzuerobern. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, um etwas leisten zu können. Als Meira Gerüchte über das zerbrochene Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz ihrer Truppe, um auf eigene Faust nach dem Medaillon zu suchen. – cbt Verlag

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Schnee wie Asche | Sara Raasch
464 Seiten • Broschiert • cbt Verlag

Wie war mein Eindruck?

Die Welt, die Raasch hier aufbaut, gefällt mir. Wirklich. Es gibt die Rhythmus-Königreiche, die alle Jahreszeiten durchlaufen, und die Jahreszeiten-Königreiche, Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Eine Karte im Buch hilft, sich ein wenig zurecht zu finden. Das liebe ich an Büchern! Es gibt vier Königreiche, deren Erblinie männlich und vier deren weiblich ist.

Jedes Königreich besitzt eine Magsignie. Einen Gegenstand, der Magie enthält. Nur der König oder die Königin können diese Nutzen, um ihr Volk in u.a. wie Verteidigung, Motivation oder Fähigkeiten zu bestärken.

Handlung

Oh dear, wo fang ich an? Beim Einstieg dachte ich mir: Wow, guter Start. Allerdings hat sich das auch schnell wieder verloren. Die meisten Handlungspunkte konnten mich wenig überraschen, sie waren einfach vorhersehbar.

Zum einen gibt die Autorin regelmäßige, langweilige, sich wiederholende Geschichts- und Magiestunden zum besten, zum anderen fehlen einfach wichtige Informationen um die Gesamtsituation. Das verdammte Warum? wird ziemlich spärlich erklärt. Warum greift der König von Frühling gerade das Reich Winter an? Warum zerlegt er alles zu Schutt und Asche? Was zieht er für einen konkreten Nutzen daraus?

Und es gibt ja auch diesen „großen“ Plottwist am Ende, den ich bereits auf Seite 19 erraten habe. Ernsthaft? Das war keineswegs überraschend. Es hätte man so gut anders verpacken können. By the wy, was interessant wäre: Wenn es diese Wendung nicht gäbe. Wenn es wirklich so wäre, wie dargestellt. DAS wäre mal ein Buch, was ich super gerne lesen würde.

Es gibt ein wirklich unnötiges Liebesdreieck. Unnötiger geht es kaum. Und Gefühle spüren war gleich Null.

Pluspunkt: Es gibt keinen Cliffhanger am Ende.

Charaktere

Meira. Viele sehen sie als Kick-Ass Heldin. Fail. In meinen Augen ist dieses Mädchen kindisch, leichtsinnig und egoistisch. Ständig, in wiederholter Form, betet sie dem Leser vor, nützlich für das Reich Winter sein zu dürfen. Sie möchte auch etwas tun, um dem Wiederaufbau von Winter näher zu kommen. Doch im Prinzip tut sie nur das, was sie will. Sie ist verdammt dickköpfig, missachtet logische Anweisungen und wirkt einfach so unsympathisch.

Sie jammert rum, warum sie nicht auf gefährlich Missionen geschickt wird (die nebenbei sehr gute Kampfskills erfordern), während sie nicht mal im Training ihren Partner besiegen kann. Und wenn sie dann eine Aufgabe bekommt, die wirklich etwas für Winter bewirken kann, sagt sie gleich „Das macht ich nicht!“. Ehrlich? Werd erwachsen.

Meira führt unheimlich gern innere Monologe. Seitenweise. Und sie hat grundlose Stimmungs- bzw. Entscheidungsschwankungen, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Sie hat außerdem solche unreifen Wutausbrüche und tut Dinge, die sich einfach nicht gehören.

Mather, Meiras bester Freund und Erbe von Winter, war daneben so charaktertief wie eine Pfütze. Einzig Theron, der später im Buch auftaucht, konnte Pluspunkte durch überraschende Handlungen und Denkweisen seinerseits sammeln.

Fazit

Erwartet hatte ich das Spannung, ein herrliches Abenteuer im High Fantasy, ein ausgeklügeltes Wordbuilding mit abwechslungsreichen Charakteren. Schade, das findet man in diesem Buch nicht! 460 Seiten können ziemlich fad werden, besonders, wenn die Geschichte einige bedeutende Lücken aufzuweisen hat. Die Protagonistin versüßt das Ganz mit einer Prise Unreife, Dickköpfigkeit und Quengelei. Verfeinert mit einem schwachen Liebesdreieck. Wohl bekomm’s

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8 Gedanken zu “Schnee wie Asche von Sara Raasch | Rezension

  1. Saskia schreibt:

    Huhu,

    deine Rezension spiegelt meine Gefühle total wider! Gut, dass ich nicht die Einzige bin, die so fürchterlich enttäuscht von dem Buch war. 😦 Aber eine wirklich tolle, reflektierte Rezension, du hast es auf den Punkt gebracht!

    Wirst du das zweite Buch lesen?

    Liebe Grüße

    Saskia

    • 3millionen schreibt:

      Hallo 🙂

      Danke dir! Es ist einfach nur schade, weil es überall so hoch gelobt wurde.
      Ob ich das zweite Buch lesen werde, weiß ich noch nicht – zum einen hat mich das Buch einfach nicht überzeugt, zum anderen aber hat es – wie du schon sagst – einen Grundstein gebildet. Vielleicht nimmt es dann mehr an Fahrt auf. Das Ende war ja im Vergleich ganz gut.
      Wirst du es lesen?

      Liebe Grüße,
      Franzerli

  2. aleshanee75 schreibt:

    Hi!
    Wow, ehrliche Worte! 😉
    Aber es hört sich echt nicht gut an, ich hab mich schon so gefreut, weil ich einfach das Cover so schön finde … Ich muss eh noch mit dem Buch warten, mal schauen, ob ich es lesen werde oder nicht ^^

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • 3millionen schreibt:

      Hallo Aleshanee 🙂

      Es tut mir auch im Herzen weh, das Buch so schlecht zu bewerten. Wie du hat mich das Cover einfach angesprochen und die Geschichte bzw. Meinungen dazu klangen gut …
      Vielleicht gefällt es dir besser beim Lesen, Geschmäcker sind ja verschieden 🙂 Oder du liest mal in die Leseprobe rein, hilft eventl. bei der Entscheidungsfindung.

      Liebe Grüße,
      Franzerli

  3. frannym schreibt:

    Hey!
    Das Buch habe ich in den letzten Wochen auch auf so vielen Youtube Kanälen gesehen, dass ich überlegt habe, es auf meinen Wunschzettel zu setzen. Nach deiner Rezension lass ich das mal lieber und bin dir dankbar, dass du mich vor einem wahrscheinlich sehr unbefriedigendem Leseerlebnis bewahrst. ^^
    Ich frage mich immer, ob jugendlichen Lesern diese Plotlücken nicht auffallen, weil sie zum Beispiel mehr mit der Liebesgeschichte beschäftigt sind und sich auch noch mehr mit der Heldin identifizieren können als ältere Leser und deswegen solche Romane besser bewerten.

    lg,
    Franzi

    • 3millionen schreibt:

      Hallo Franzi 🙂
      Auf Youtube verfolgt das Buch einen wirklich überall! Vielleicht würde es dir gefallen, die Meinungen sind ganz verschieden, auch wenn es der Überzahl gefällt.
      Hmm, es könnte sein, wie du es formulierst. Wobei die Liebesgeschichte nicht einmal gut ausgearbeitet ist 😀
      Liebe Grüße!

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