Wat für’n Schietwedder! | Reisen

Hamburg

Darf ich ehrlich mit euch sein? Ich mag Hamburg nicht. Obwohl ich bisher nie direkt die Stadt erkundet habe. Ich mag es einfach nicht.  Um Vorurteile vorzubeugen, habe ich für drei kurze Tage einen Boxenstopp in Hamburg gemacht und meinen Bruder besucht. Ich schnupperte Hafen- und Großstadtluft.

Wie bereits für London und Potsdam habe ich mir vorher einen Plan zurecht gebastelt. Was möchte ich sehen? Wo liegen die nahen U-Bahn und Busstationen? Wie viel kostet der Eintritt? Wo gehen wir essen? Trendige Viertel, Cafés und Sehenswürdigkeiten eben. Das ganze ist dann noch in Tage unterteilt und in etwa gleiche Richtungen, damit wir nicht jedes Mal von Ost nach West gurken müssen.

Speicherstadt Hamburg

Vorweg: Ich war mit meiner Mama und Oma unterwegs. Dementsprechend habe ich den Plan auch angepasst, eher tourimäßig. Bewaffnet mit meinem treusten alle Reisebegleiter, den Citymapper, pilgerten wir zur Speicherstadt. Meine Omi wollte gerne das Miniatur Wunderland ansehen. Abgesehen von den vielen Menschenmassen, die überall im Weg stehen, was es schön. Nach gut zwei Stunden kann man allerdings einfach nichts mehr aufnehmen und geht nur noch oberflächlich guckend vorbei. Ein kleines Highlight ist der nachgebaute Flughafen, auf dessen Bahnen Flugzeuge wirklich abheben oder landen.

Miniatur Wunderland Hamburg

Eine Belohnung für diese Anguckausdauerübung haben wir uns im Feuerschiff gegönnt. Ein knallroter Schipper, der an den Landungsbrücken liegt. Obwohl es ein wenig fischig gerochen hat (ist halt so am Hafen, näh), haben wir uns eine Portion Zucker gegönnt: Crême Brulee und eine schöne, russische Schokolade. Die mehr russisch war, als schokoladig. Danach war mir jedenfalls mollig warm. Ein wenig weiter sind wir zum Fischmarkt, der aber nicht geöffnet hatte. Stattdessen haben wir vor dem vor Ort liegenden U-Boot posiert (Fact: Nicht aus dem Weltkrieg. Später, viel später).

Feuerschiff Hamburg

Für mich als Beatlesfan habe ich meine Damen mit zur Reeperbahn geschleppt. Dort traten die Beatles 1960 entlang der Großen Freiheit auf. Heute findet man dort den Beatlesplatz mit Silhouetten von den vier Musikern und einer Schallplatte im Boden. Ein wenig Liverpool im Hamburg halt. Ein paar betrunkene Herrn haben leider da rumgelungert, die mir nicht sehr, äh, nett schienen, sodass nur fix ein Foto gemacht wurde.

Beatlesplatz Ubott Hamburg

Am nächsten Tag war Mamas Wunsch dran: das Dungeon. Obwohl ich es schon zur genüge kenne, war es ganz witzig. Meine Oma war dort ein kleines Highlight, haha. Ich selbt habe den Namen Kampfkarpfen bekommen und war Captain unter Störtebeker. Im Karolinenviertel haben wir im Mangold lecker Mittag gegessen. Oaah, war das himmlisch! Super freundliche Kellner, tolles Angebot, gute Preise. Schaut dort unbedingt vorbei, wenn ihr in Hamburg was zu futtern sucht!

Dungeon Hamburg

Hoch hinaus ging es auch: Auf den Michel. Aber mit Fahrstuhl. Runter sind wir zu Fuß und das war schon ein wenig ausdauernd. Ziemlich windig, aber man hat eine tolle Aussicht auf Hamburg und den Hafen. Und der Preis war auch in Ordnung. Abschließend haben wir eine versteckte Einkaufspassage entdeckt, die richtig urig aussieht! Kleine Schnökerläden mit schönen Krimskram. In einer Kaffeerösterei waren wir auch und ich habe mir einen mit Irish Cream gegönnt, yuumm.

Hafen HamburgKarolinenviertel Hamburg

Tja. Hamburg. Es gibt Ansätze, da gefällst du mir. Aber mein Herz konntest du trotzdem nicht erwärmen. Ich bin anscheinend einfach kein Hamburgmensch.. (Komme trotzdem wieder.)

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10 Gedanken zu “Wat für’n Schietwedder! | Reisen

  1. Brennessel schreibt:

    Hach Franzi,
    Hamburg ist eigentlich wirklich schön und nett, und als schon immer in Hamburg ansässige muss ich das ja sagen.
    Die Stadt präsentiert sich halt bloß immer nur hinter Touristenattraktionen, dem Hafen und ein wenig schlechtem Wetter.
    (von der hafencity und dem riesen anteil seltsamer neuzugezogenen, die für teuer Geld alles aufkaufen und in eigentumswohnungen ziehen, will ich gar nicht erst anfangen.)

    Worauf ich hinauswill, du Stadt hat wirklich schöne Plätze.
    Aber so wie ich das jetzt lesen konnte, waren bei den besuchten plätzen ja irgendwie nur die touristenorte dabei, un die man als Einwohner immer einen kleinen bogen macht.
    Nebenstraßen anschauen und so macht viel mehr Spaß. Und man findet mehr von der angenehmen Seite hamburgs^^

    Vielleicht bekommt die Stadt von dir ja irgendwann noch mal eine Chance.

    Alles liebe,
    Nessel

    • 3millionen schreibt:

      Ohhh, Nessel! Ich weiß, ich weiß – das sind nur Tourisachen 🙂 Mehr war in den zwei Tagen einfach nicht drin, und der Anhang hatte auch Ansprüche.
      Was könntest du mir denn so empfehlen als alteingesessene?:) irgendwelche Viertel, Cafés oder Läden? Da mein Bruder dort wohnt, bin ich öfters mal da und im Sommer steht auch wieder ein Besuch an.
      Vielleicht lerne ich Hamburg dann doch noch mögen, hihi 😉
      Alles Liebe, Franzi

    • 3millionen schreibt:

      Das hört sich doch gut an! 🙂 Ich finde es selbst schade, dass ich irgendwie eine Abneigung gegen Hamburg habe, weil eben so viele von dieser Stadt schwärmen. Aber es gibt ja noch andere Städte zu entdecken!

  2. freidichterin schreibt:

    Große Städte sehen in meinen Augen immer ähnlich aus in Deutschland. Und viel länger, als ein paar Tage könnte ich mir das urlaubstechnisch auch nicht vorstellen. Als waschechtes Dorfkind ist man da ein bisschen empfindlich, aber für das Studium oder auch mal eine Zeit fürs Arbeiten könnte ich mir das schon vorstellen, denn irgendwann lernt man eine große Stadt sicher auch von den anderen Seiten kennen.
    In Hamburg war ich noch nicht, aber es liegt auch recht weit entfernt für ein Mädl aus Süddeutschland. Aber irgendwann werden wir auch die andere Seite der Welt äh Deutschlands sehen. 🙂
    Liebe Grüße
    Itchy

    • 3millionen schreibt:

      Haha, ja, besuch mal den hohen Norden. Vielleicht entdeckst du ein paar tolle Orte! 🙂
      Ich bin selbst komme auch vom Dorf und vielleicht liegt es auch einfach in unserer „Natur“ Großstädte mit ein wenig Abstand und Vorsicht zu betrachten. 😀 Mittlerweile lebe ich zwecks Studium in einer Großstadt und man gewöhnt sich irgendwie daran. Danach wird es wohl aber wieder aufs Land gehen. 🙂

      Alles Liebe, Franzi

  3. Stefanie schreibt:

    Hallo Franzi, sag mal, wenn Du Hamburg nicht magst, wäre es dann nicht besser, Dein Bruder würde Dich besuchen statt Du ihn? Ist doch Quatsch, an Orte zu reisen, gegen die man eine Abneigung hat. Besonders im Sommer 😉 Liebe Grüße, Stefanie

    • 3millionen schreibt:

      Hallo Stefanie,
      Zwar hat Hamburg nicht mein Herz erobert, aber das hindert mich nicht daran, meinen Bruder nicht zu besuchen. 😉 Ich glaube, das schafft so gut wie kein Ort der Welt. 🙂 Natürlich besuchen wir uns auch gegenseitig, meine Stadt findet auch nicht so dufte, haha.
      Alles Liebe!

  4. pfefferkuchen schreibt:

    Haha, ich habe gerade ganz kurz gedacht, wir wären bei der selben Dungeon-Führung gewesen! Ich war nämlich selber erst vor zwei Wochenenden in Hamburg und habe mir mal eine Runde im Dungeon gegönnt. Unser Captain hieß auch Kampfkarpfen – Aber ich glaube, den Namen bekommen sie alle. ;D

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