Der Marsianer von Andy Weir | Rezension

Seit Wochen ertönt mein Jammer: Ich will endlich wieder ein Buch lesen, bei dem ich jede einzelne Seite genieße. Das ich gleichzeitig verschlingen, aber auch solang wie möglich hinauszögern will. Ein Buch, das vielleicht einfach etwas Neues für mich ist. Bei dem ich aus meiner Komfortzone stolpere und staunen werde. Ein Buch, das mich mitfiebern lässt. Bei dem ich lache und weine. Tja, und dann begegnete ich Mark Watney. Holy crap.

Dieses Leseexemplar habe ich vom Heyne Verlag im Austausch gegen eine aufrichtige Rezension zur Verfügung gestellt bekommen.

„Live Another Sol would be an awesome name for a James Bond movie.” – Andy Weit

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Das Buch haben unzählige Booktuber und Blogger bereits umschwärmt, allerdings konnte mich letztendlich der Trailer überzeugen. „Der Marsianer“ kommt noch dieses Jahr in die Kinos, Matt Damon verkörpert dabei Mark Watney. Ehrlich? Ich kann es kaum abwarten, ins Kino zu stürmen.

Worum geht es?

Es geht um Mark Watney, Austronaut, der mit seiner Crew die Mission „Ares 3“ auf dem Mars antritt. Nach sechs Sol (Marstagen) geraten sie allerdings in einen Sturm, der nicht gerade ohne ist. Die Mission wird abgebrochen. Durch verdammtes Pech und der Annahme, Mark wäre beim Sturm ums Leben gekommen, verlässt die Crew den Planeten mit einem Austronauten weniger an Bord. Ohne zu wissen, dass ihr Kollege noch am Leben ist. Allein, auf dem Mars. Mark Watneys erste Worte im Buch treffen es ziemlich genau: Er ist am Arsch. – Heyne Verlag

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Der Marsianer | Andy Weir
509 Seiten • Taschenbuch • Heyne Verlag

Wie war mein Eindruck?

„Der Marsianer“ ist mein erstes Science Fiction-Buch, das nicht für Jugendlich angelegt ist. Also keine herumschwirrenden, knutschende Alien-Menschen-Paare. Obwohl der Inhalt darauf schließen lässt, dass die Handlung düster, dramatisch und hoffnungslos ist, punktet das Buch mit ihm: Mark Watney. Mark ist ein Protagonist, der aus jeder noch so miserablen Situation einen Funken Hoffnung sieht. Er ist ein verdammter Optmisit, der nur von Humor strotzt. Hin und wieder hätte ich mir gerne ein wenig, nur ein Funken mehr Verzweiflung von ihm gewünscht.

“Also, I have duct tape. Ordinary duct tape, like you buy at a hardware store. Turns out even NASA can’t improve on duct tape.” – Andy Weir

Die Handlung teilt sich in zwei Sichten. Mark beschreibt seine Erlebnisse in einem Logbuch, also Tagebuchform. Dort führt er gerne auch Mal sein umfangreiches Wissen vor, was ich wirklich interessant und nicht zu kompliziert erklärt fand als Laie. An manchen Stellen uferte es ein wenig aus, aber darüber kann man locker hinwegsehen! Den anderen Part spielt die NASA. Sie versucht mit allen Mitteln, ihren Mann am Leben zu halten. Das Zusammenspiel von beiden Seiten ist sehr angenehm. Durch sie baut sich die Spannung noch weiter auf. Man bangt, man hofft, man flucht und lacht. Es ist genial.

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Die Genialität hat mich vor allem mitgerissen. Mark wird mit unzähligen Situationen konfrontiert, die mich so manches Mal „Oh Scheiße“ riefen lassen. Trotz der 500 Seiten wird es nicht langweilig. Man erfährt mehr über die Crew der Ares 3, die in kurzer Zeit ziemlich gut skizziert und dem Leser präsentiert werden. Man lernt die Menschheit von ihrer netten Seite kennen. Und zwischendurch wächst einem der rote Planet ans Herz, zusammen mit seinem König Mark Watney, dem Watney-Dreieck und allen anderen wunderbarwitzigen Einfällen eines gestrandeten Astronauten.

“I started the day with some nothin’ tea. Nothin’ tea is easy to make. First, get some hot water, then add nothin’.” – Andy Weir

„Der Marsianer“ hat es in meine Favoriten-Liste geschafft. Und da in jedem Buch ein Poster mit Buchcover enthalten ist, werde ich es mir über meinen Schreibtisch pinnen und in jeder freien Minute an dieses tolle Buch denken. (Das Cover an sich finde ich übrigens auch sehr toll.) Auch wenn ihr nicht so auf Science Fiction, Spaceships und Wissenschaft steht – ihr werdet es trotzdem lieben. Und Mark Watney in euer Herz schließen.

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6 thoughts on “Der Marsianer von Andy Weir | Rezension

  1. Mir geht es wie dir: Ich bin ebenfalls durch den Kino-Trailer erst so richtig auf dieses Buch aufmerksam geworden, obwohl es gefühlt echt schon jeder Buch-Blogger, dem ich folge, gelesen hat. Wirklich interessiert hat es mich davor nie, aber der Trailer hat das geändert. Ich hatte das Buch sogar schon auf meinem EReader schlummern und hab es mir dann auch direkt fvoller Vorfreude geschnappt. Aber irgendwie war es dann doch nicht das richtige Buch für mich. Vielleicht war es aber auch der falsche Zeitpunkt. Jedenfalls kam ich nicht richtig mit dem Schreibstil klar. Aber das Buch bekommt auf jeden Fall noch ’ne zweite Chance. Denn die begeisterten Stimmen lassen mich doch neugierig bleiben. Oder vielleicht schaue ich auch erst den Film. Und greife dann noch mal zum Buch. Mal schauen.

    1. Ich drück die Daumen und hoffe sehr, dass es nur der falsche Zeitpunkt gewesen ist 🙂 Oder dich überzeugt der Film dabei einfach mehr. Aber vielleicht gefällt es dir beim zweiten Anflauf besser! Ging mir auch des öfteren so 🙂

      1. Eigentlich muss man ja auch nicht jedes Buch gut finden, aber hier war ich echt voller Hoffnung, weil alle so begeistert von dem Buch sind. Und dann, naja … Ich werd einfach mal schauen, wann mich die Lust auf das Buch packt. 🙂

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