Wie ich Mark Watney vom Mars rettete | Filmrezension

Leute, ich war letztens im Kino. Für einige ist das sicher nichts außergewöhnliches, für mich bedeutet Kino aber immer wieder etwas besonderes. Ich  verbinde es mit Kindheit, warmen Popcorn und großen, kuscheligen Sitzen. Ich gehe nur selten und wenn, dann zu Filmen, die mich wirklich brennend interessieren und bei dem ich gerne jeden einzelnen Euro investiere. (Die Preise sind inzwischen echt happig, oder?) Nachdem ich das Buch Der Marsianer durchgesuchtet hatte, war für mich klar: Du musst diesen Film sehen. Der Trailer war super, Matt Damon als Besetzung spitze und ich spürte – das wird einfach gut.

Ich war schon lange nicht mehr so aufgeregt auf einen Film (vielleicht beim letzten Potter?). Ich schleifte meinen Freund überpünktlich an die Kasse und stürmte freudig quietschend in den Kinosaal. Mit riesigen Popcorntüten unter den Armen. Die ich nicht schaffte. Aber egal. Da ich noch Kinogutscheine vom Blut spenden hatte, stand einem entspannten Abend in Sachen Finanzen auch nichts mehr im Wege.

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Worum geht es?

Es geht um Mark Watney, Austronaut, der mit seiner Crew die Mission “Ares 3” auf dem Mars antritt. Nach sechs Sol (Marstagen) geraten sie allerdings in einen Sturm, der nicht gerade ohne ist. Die Mission wird abgebrochen. Durch verdammtes Pech und der Annahme, Mark wäre beim Sturm ums Leben gekommen, verlässt die Crew den Planeten mit einem Austronauten weniger an Bord. Ohne zu wissen, dass ihr Kollege noch am Leben ist. Allein, auf dem Mars.

Wie war mein Eindruck?

Ein wenig Angst hatte ich schon. Dass der Film blöd wird. Dass die Witze fehlen. Dass die Umsetzung nicht so recht flutscht. Aber wisst ihr, was mir wirklich gefehlt hat? (Darauf kommt ihr nie … ha!). Die Antwort ist: Wissenschaft! Ja, wer hätte gedacht, das so manche wissenschaftliche Erklärungen doch nicht so fehl am Platz gewesen wären. In einigen Szenen werden Marks Fortschritte recht spärlich bis Null erklärt, sondern passieren einfach. Oftmals musste ich einiges meinem Freund erklären, weil er öfters ganz verwirrt geschaut an, warum Mark plötzlich dieses oder jenes zur Verfügung hat. Dadurch fehlte mir auch irgendwo eine gewisse Spannung, das Mitfiebern und der Aha-Effekt.

Es ist natürlich klar, das irgendwo Abstriche herhalten mussten. Der Film hat bereits so schon eine Länge von über zwei Stunden, was recht beachtlich ist. Ein wenig beeindruckt war ich auch von dem NASA Logo, das anscheinend verwendet durfte und irgendwie ziemlich was hermacht. Ziemlich genial waren für mich auch die Bilder. Der Handlungsort Mars mit seiner weiten, roten Wüste. Die gähnende Leere und bedrückende Stille in der Wohnkuppel, als Watney sich umsieht. Oder auch gegen Ende, als Mark in den Weltraum blickt. Wow, wow, wow.

Einen weiteren Pluspunkt konnte der Film durch Unterhaltung sammeln. Mark hat seine witzige Art nicht eingebüßt und konnte so einige Lacher ernten. Ein großes Lob geht außerdem an Matt Damon, dem ich Mark Watney zu 100% abgekauft habe. Er war real, man hat seine Hoffnung gefühlt, man hat über seine Witze gelacht, man hat seinen Optimismus gespürt. Und seine Momente der Verzweiflung, der Ratlosigkeit, das kurze Flackern des Aufgebens – die gingen unter die Haut. Er war authentisch. Seine Crew war zudem fabelhaft besetzt und auch in die Handlung mit einbezogen. Man kann die Verbundenheit wahrnehmen, die Freundschaft und das Vertrauen zueinander. Auch die Seite der NASA konnte punkten. Großes Kino!

Zudem hat Hollywood ausnahmsweise auf eine dazu gedichtete Liebesgeschichte mit Frau + Kind zu Hause verzichtet und einfach mal was richtig gemacht. Ein wenig zu dicke war dann allerdings das Ende. Aber komm – darüber kann ich hinwegsehen. Für mich ist es eine der besten Buchverfilmungen, die ich je gesehen habe. Es hat Spaß gemacht, es gab spannende, aber auch intensive Momente.

Man hat selbst ein Stück von Mark Watney gerettet. Und das war ziemlich cool.

 

 

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4 Gedanken zu “Wie ich Mark Watney vom Mars rettete | Filmrezension

  1. msmedlock schreibt:

    Mal ganz abgesehen davon, dass man Matt Damon natürlich gerne retten würde, einfach weil er Matt Damon ist, bin ich mir sicher, dass der Film an sich großartig ist. Ich war auch schon längere Zeit nicht mehr im Kino, obwohl ich jetzt in einer neuen Stadt wohne und das Kino nur mehr zwei Straßen entfernt wäre. „Der Marsianer“ wird zwar wahrscheinlich nicht im Kino angeschaut, aber vielleicht auf DVD. Außerdem spielt da die großartige Jessica Chastain mit, wie ich im Trailer gesehen habe. Sie ist der Boss der Marsmission, oder? Wenn ich mir überlege, was diese Figur an Schuldgefühlen haben muss, weil sie (unwissentlich) einen ihrer Männer auf dem Mars zurückgelassen hat…da läuft es einem kalt den Rücken runter.
    LG, m

    • 3millionen schreibt:

      Hahaha, das hast du recht! Matt Damon würde man einfach retten wollen. Auf DVD wird der Film auf jeden Fall auch bei mir einziehen. Chastain ist wirklich großartig und ihre Gefühle zu dem Missionsabbruch werden authentisch rübergebracht. Generell ist die gesamte Crew super besetzt und machen einen tollen Job!
      Alles Liebe!

      • msmedlock schreibt:

        Na, dann kann ich mich auf den Film ja schon mal freuen. Vielleicht werde ich mir auch das Buch zu Gemüte führen, das soll ganz witzig sein.
        LG, m

      • 3millionen schreibt:

        Das Buch ist auf jeden Fall um einiges humorvoller als der Film, wobei der Film für mich die schwachen Momente der Einsamkeit und Verzweiflung von Watney besser einfangen kann. 🙂

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