Schurken: Die, vor denen wir uns fürchten sollten #1

In letzter Zeit plane ich recht viel für mein eigenes Geschreibsel. Und irgendwann bin ich auch über das Phänomenen des Schurken gestolpert. Letztendlich saß ich dann einige Stunden vor ziemlich interessanten Artikeln und Beiträgen anderer Blogs, die beschreiben, was einen guten „Villain“ ausmacht, wo die Unterschiede zu Antagonisten, Anti-Helden und Schurken liegen, wie man sie schafft und warum man von ihnen so fasziniert ist.

In jedem Buch gibt es ein Gegenstück zu dem Helden. Wenn ich durch mein Regal gehe, fällt mir bei jedem Buch spontan mindestens einen Namen ein, der den dunklen Charakter mimt. Und dann begann ich darüber nachzudenken, wer meine liebsten Schurken sind. Schurken, die mich nicht mehr loslassen. Die, von denen ich fasziniert bin. Die, gegen die ich jeden Helden eintauschen würde. Dunkel, geheimnisvoll, charmant, aber mit Handlungen und Entscheidungen, die sich in mein Herz fressen und kleben bleiben.

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Generell musste ich feststellen, dass die meisten meiner absoluten Lieblingsschurken etwas gemeinsam haben. Nämlich den Grund, weshalb ich sie so mag. Es ist einfach die Tatsache, dass die meisten schrecklichsten Schurken eben auch nur Menschen sind. Sie können freundlich sein, sehr charmant, hegen gewisse Zuneigungen zu Menschen und hegen geniale Pläne. Viele möchten eigentlich nur das Böse im Bösen sehen, die grausamen Taten und den teuflischen Anführer, der mit einem Fingerschnipps Armeen von Menschen befehligen kann. Der tötet, foltert, quält. Dort sieht man dann das Böse in dieser Person klar und deutlich. Aber dann gibt es Momente, die ein komplett anderes Bild dieser Person zeigen. Schwache Momente. Und gerade das bereitet mir persönlich Gänsehaut. Schurken sind nicht einfach gleich böse, sie sind dunkel. Schurken kann man nicht auf den ersten Blick erkennen. Es steckt in jedem von uns ein Schurke, nur jeder geht anders mit ihm um.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf streifte ich durch meine Bücher auf der Suche nach den Charaktern, die mich mitgenommen haben. Die in meinem Kopf geblieben sind. Mit leichtem Erschrecken habe ich festgestellt, dass die meisten meiner liebsten Schurken aus dem Young Adult-Genre stammen. Aber dennoch nicht alle! Hier sind die ersten fünf, die Reihenfolge hat auch nix zu sagen, ich wollte es nur ein wenig durchmischen. Hier geht es zum zweiten Teil. Und keine Angst, ist alles spoilerfrei.

Tom Riddle JR. – Harry Potter, J. K. Rowling

Und ich meine auch Tom Riddle und nicht Voldemort, auch wenn sie dieselbe Person sind. Ich beziehe mich mehr auf das jüngere Ich. Vor allem seine Entwicklung, seine Gedanken und im Allgemeinen seine Person in der Schulzeit haben mich im sechsten Band doch ziemlich in den Bann gezogen. Allein schon der Gedanke, dass der nasenlose Superschurke auch ein Teenager war, „Freunde“ hatte und dazugehören wollte – das fasziniert mich sehr und hätte auch gerne noch mehr Einblicke in seine Vergangenheit bekommen.

Firefight – The Reckoners, Brandon Sanderson

Im Prinzip kann ich nicht einmal viel zu Firefight sagen, weil ich dann diejenigen spoilern würde, die noch nicht Steelheart gelesen haben. Daher sage ich nur so viel: Ich habe einige Zeit gezögert und war mir nicht sicher, ob ich Firefight auf diese Liste setze. Aber im Prinzip gehört dieser Name für mich schon irgendwie dazu. Er ist außerdem etwas besonderes, aber leider kann ich nicht verraten, warum. Firefight ist ein toller Charakter, der so manche Überraschung für einen bereithält und einfach ziemlich genial ist.

Moriarty – Sherlock Holmes, Sir Arthur Conan Doyle

Moriarty ist Perfektion auf obersten Niveau. Er ist ein gerissener, durchtriebener und größenwahnsinniger Schurke. Ich vergöttere ihn. Gerade seine Intelligenz macht ihn so unberechenbar. Hach. Für mich ist Moriarty einfach der Charakter, der wirklich böse ist. Man erfährt nur etwas zu seiner Person zum dortigen Handlungspunkt, er ist ein Drahtzieher, ein geschickter Puppenspieler, der all seine Figuren genau im Blick hat. Ihm entgeht einfach Nichts. (Bis auf Sherlock, aber Sherlock ist auch super cool.)

Warner – Shatter Me, Tahereh Mafi

Ach Warner. Warner war für mich ein Charakter, den ich zu Anfang so gar nicht mochte. Weder schurkenmäßig noch sonstwie. Ich mochte ihn einfach nicht. Allein sein Name war schrecklich. Nachdem ich aber die Kurzgeschichte zu ihm gelesen hatte, war es anders. Dort gab es auch diesen Moment, diesen kurzen Augenblick, wo man ihn sehen konnte. Und ab diesem Punkt hat er mich auch in den folgenden Büchern begeistern können. Und natürlich hat er auch die Ecken seiner Vergangenheit, seiner Familie und auch die Schwachstellen eines jungen Erwachsenen, der immer alles getan hat, was man ihm sagt. Seine Entwicklung gefällt mir sehr und mehr möchte ich auch nicht verraten.

Ramsey – A Song of Ice and Fire, G.R.R. Martin

Ramsey ist das Böse in Person. Ich glaube, böser gibt es gar nicht. Anders kann man ihn auch gar nicht beschreiben. Ich möchte nie allein mit diesem Typen in einem Raum sein, ehrlich. Seine Taten unheimlich grausam und brutal, einfach wahnsinnig. Ramsey denkt nur an sich selbst, er nutzt alles und jeden aus und bekommt immer, was er will mit Gewalt. Warum ich solch einen Charakter mag? Weil er so überzeugend geschrieben wurde. Martin hat hier einen wahren Bösewicht geschaffen, einen, dem man nie begegnen möchte. Er ist so authentisch, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Brrrr.

Die restlichen fünf Charaktere zeige ich im zweiten Beitrag. Welche sind eure liebsten dunklen Schurken? Wem könnt ihr trotz all der teuflischen Taten nicht widerstehen? Wer überzeugt euch? Ich brauch dringend neuen Lesestoff (oder auch Filme?)! 🙂

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5 thoughts on “Schurken: Die, vor denen wir uns fürchten sollten #1

  1. The Darkling aus der Grischa-Trilogie – ich bin bis heute hin und hergerissen, ob es schlimm ist, einen Schurken so fest in mein Herz geschlossen zu haben, obwohl er es dank seiner Taten eigentlich gar nicht wirklich verdient hätte. :’D Und beim jugendlichen Tom Riddle stimme ich dir auch sowas von zu, ich hätte so gerne sogar noch mehr über ihn gelesen, weil seine Entwicklung so unheimlich spannend ist! Toller Post! ❤

    1. Ohhh ja! Er ist umwerfend düster und bwaaah. Dazu kann ich dir noch die Kurzgeschichte The Demon in the Wood empfehlen, die ein wenig mehr Vorgeschichte von ihm erzählt. So toll! Etwas in diese Richtung hätte ich mir auch von Riddle gewünscht, vielleicht bringt Rowling ja noch etwas raus, haha. 😀
      Danke dir! 🙂

  2. Hallo!
    Ich habe deinen Blog gerade bei Lalapeja gefunden und schau mich ein bisschen um. Diese Idee der Schurken fasziniert mich und ich überlege, welchen ich hier beisteuern könnte. Zwar kenne ich ungefähr drei der fünf Schurken nicht, aber ich kann verstehen, was du zu denen sagen möchtest und warum sie dir gefallen. Moriarty? Ich bitte dich! Ich fühle mich so oder so von Intelligenz angezogen, aber Moriarty würde mich vermutlich auch faszinieren, wenn er kein superschurkischer Drahtzieher wäre. (Okay, vielleicht auch nicht.) Und Tom Riddle? Er hat diese wunderbare Dunkelheit. Ich verstehe, warum man ihn mögen würde, wenn man ihn einfach nur so auf dem Schulflur sehen würde. Er hat so was Geheimnisvolles. Und ich wüsste eigentlich gerne, warum Voldemort keine richtige Nase hat. Wird das im Buch beschrieben? Ich kann mich nicht erinnern.
    Auf jeden Fall eine tolle Idee und ein toller Post! ❤
    LG, m

    1. Wenn du noch ein paar gute Schurken einfallen, immer her damit 😉 Kann man nie genug haben!
      Im Buch wird, glaube ich, nur erwähnt, dass er einer Schlange ähneln soll. Wahrscheinlich deswegen diese Missbildung von Nase. 😀 Danke dir!
      Alles Liebe!

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