Die Leiden eines NaNo-Schreibers #2 | NaNoWriMo

Und auch die zweite Woche des NaNo liegt hinter mir. Während ich in der ersten Woche noch voller Motivation und Kampfgeist war, haben mich in der zweiten Woche Zweifel, Schreibblockaden und eine Prise Unlust begleitet. Mit den voranschreitenden Tagen der zweiten Woche wurde es zunehmend härter, am Ball zu bleiben. Aber – man merkt schon eine gewisse Verbesserung und Routine durch das tägliche Bezwingen des inneren Schweinehunds und sieht einfach mal Fortschritte.

In diesen harten Zeiten des Projekts habe ich auch andere Berichte von Leidensgenossen konsumiert und mich ein wenig im Gemeinschaftsgefühl gesuhlt. Inzwischen verzeichnen wir Tag 16. Und wisst ihr, was richtig hart ist? Diesen Blogpost zu schreiben, weil man einfach kein Bock mehr hat, auf die Tastatur zu hauen. Aber das Motto des Monats lautet: Heul nicht rum und schreib! Inzwischen liege ich bei ca. 31.000 Worten und habe eine kurze Pause eingelegt, um meinen Kopf zu sortieren. Das Wochenende ist bisher die einzige Zeit gewesen, in der ich nichts geschrieben habe. Kein Wort. Aufgrund der aktuellen Ereignisse auf der Welt war mir nicht der Sinn nach Worten. Sie fehlten mir einfach.

Um nun wieder auf dem Zug aufzuspringen, habe ich Motivation bei Mitstreitern gesucht. Bei der lieben Nicole habe ich diesen tolle Post entdeckt und mir gleich ein paar Fragen von ihr und auch Briana, die die Grundidee dazu hatte, gemopst. Gerne möchte ich ein paar Rückblicke, Einblicke und Momente der letzten zwei Wochen in einem Q&A rund um mein NaNo-Projekt geben. Auf geht’s!

Wie bist du auf die Idee gekommen und wie lange schwebt sie schon in deinem Kopf herum?

Als die Idee noch in Kinderschuhen steckte, also am Anfang des Anfangs, hat mich die Percy Jackson-Reihe inspiriert. Die Idee habe ich nun schon seit drei Jahren. Ursprünglich sollte es um griechische Götter gehen. Inzwischen ist dieser Aspekt komplett aus der Geschichte verschwunden und hat schon um die vier Ideegrundlagen über den Haufen geworfen.

Worum geht es in deiner Geschichte und wie lautet der Titel?

Die Idee ist im Fantasy/High Fantasy-Bereich angesiedelt. Es geht um einen verrückten Kronprinzen, einen wortkargen Assassinen und eine verbannte Nebelhexe. Meine Grundprämisse ist es, die Geschichte aus Sicht des Schurken zu erzählen und die Helden wie den schwarzen Peter erscheinen zu lassen. Not easy! Einen Titel gibt es noch nicht so recht.

Welche geschriebene Szene gefällt dir bisher am besten?

Witziger weise ist es sogar eine, die ich gleich zu Anfang geschrieben habe. Sie ist aus Sicht des Prinzen und hat ziemlichen Spaß gemacht, sie zu schreiben. Einfach in seine dunklen Gedanken einzutauchen und die Welt aus seinen Augen wahrzunehmen. Er wird von vielen gefürchtet, er ist unberechenbar und wahnsinnig und leider auch ziemlich clever. Und in diesem Kapitel kann man Einblicke erhalten, was in seinem Kopf vorgeht, während er einfach mal eine Gruppe Asylsuchende vor den Augen seines Volk aus heiterem Himmel foltert und hinrichtet.

Was treibt dich an, diese Geschichte zu erzählen?

Da die Geschichte aus drei Perspektiven ist, kann ich zugleich drei unterschiedliche Komponenten in die Handlung einfließen lassen. Bei der Hexe geht es u.a. um Aspekte wie Toleranz, ihre Wurzeln der Herkunft und der verzweifelte Wunsch, dazuzugehören und von ihrer Familie akzeptiert zu werden. Beim Prinzen geht es um Vergeltung, aber auch Gerechtigkeit und Gleichheit aller spielt für ihn die größte Motivation. Der Assassine steht für Disziplin, Freundschaft, Vertrauen und über die Zwänge der eigenen Familie hinaus selbst sein Leben und Einstellungen entscheiden zu können.

Beschreibe deine (wichtigsten) Charaktere mit einem Wort:
  • Tatjiana (18 Jahre, Hexe) – verzweifelt
  • Carter (21 Jahre, Kronprinz) – ehrgeizig
  • Aki (28 Jahre, Assassine) – diszipliniert
  • Chiona (15 Jahre, Nebenrolle ) – vorlaut
  • Nika (19 Jahre, Nebenrolle) – unbeschwert
  • Sam (22 Jahre, Nebenrolle) – charmant
  • Lissa (16 Jahre, Nebenrolle) – zerrissen
Aus welcher Sicht der Charaktere schreibst du am liebsten?

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit allen drei Perspektiven, doch inzwischen habe ich alle drei sehr lieb gewonnen und keinen deutlichen Favoriten.

Welche ist die wichtigste Beziehung, die deine Charaktere haben?

Ich glaube, es ist die Beziehung zwischen Aki und seinem Schützling Chiona. Auch wenn er immer recht wortkarg ist und Chiona sehr vorlaut und frech, sind sie ein eingespieltes Team, das sich immer auf den anderen verlassen können. Sie streiten sich oft, gleichzeitig vertrauen sie sich blind und versuchen, den anderen immer den Rücken zu decken. Es ist eine Art Bruder-Schwester-Beziehung, die die beiden zusammenschweißt.

Was war für dich die größte Herausforderung in der 2. Woche?

Je weiter der NaNo und auch die Seitenzahl der Geschichte voranschreitet, desto mehr versinkt man in seine eigene Geschichte. Ich schreibe Fantasy, in einer komplett fiktiven Welt. Und gerade das Worldbuilding ist härter, als ich es mir vorgestellt habe. Immer wieder stelle ich fest, das ich noch mehr Kleinigkeiten zwischendurch erwähnen muss. Länder, Städte, Kulturen und Gesetze müssen erschaffen und für den Leser beschrieben werden. Es ist zwar alles in meinem Kopf und ergibt ein Bild, doch ich hadere, es dem Leser vermitteln zu können. Pinterest ist daher eine große Hilfe, es von meinem Kopf auf Bild zu übertragen und das dann in die Geschichte einfließen zu lassen. Aber bisher reicht es einfach noch nicht.

Was war die größte Lektion aus der 2. Woche?

Man möchte so vieles überarbeiten, ganze Szenen umschreiben oder ergänzen, einfach zurückspringen. Auf Pause drücken. Aber das bringt es nicht. Stephanie Perkins hat vergangene Woche einen Pep Talk geschrieben und ich finde, ihre Worte haben für mich die komplette zweite Woche in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sie kamen zur richtigen Zeit, in der die Zweifel ziemlich niederschmetternd waren. Ihre Worte sind meine Lektion. Danke für diese wunderbaren Gedanken!

Sometimes the things that matter the most to us are the hardest things to actually do. Sometimes they matter so much that we never do them, because our fear of failure is stronger than our fear of not even trying. […]The kindest thing you can do for yourself right now is to let go of this fear. Don’t worry about writing something bad. Just write.

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