Wie ich den Wordcount bezwang #4 | NaNoWriMo

Leuteeee – es ist geschafft, die einschüchternde Zahl von 50.000 Wörtern ist besiegt worden! In der Nacht zum 27. November habe ich die letzten Worte getippt, die mich zum ersten Mal zum NaNo-Winner gemacht haben. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich es wirklich durchhalten werde. Ohgottogott! Als ich das Wortziel erreicht und meinen Text in den Wordcount eingegeben habe, hat sich das alles noch nicht wirklich wahr angefühlt. Inzwischen freue ich mich einfach, das ich es durchgezogen habe. Allerdings ist es ein wenig ernüchternd, noch nicht mit der Geschichte fertig zu sein, haha. Gerne möchte ich euch jetzt ein paar zusammengefasste Gedanken zeigen, die mir in den letzten Wochen klar geworden sind.

Welche Lektionen haben meine vergangenen Wochen bereichert?
  • Geduld. Und zwar mit sich selbst. Es hilft absolut nichts, wenn man sich selbst im Weg steht. Statt ständig rumzujammern, auf Twitter oder Instagram rumzuhängen, kann man sich einfach mal auf den Arsch setzen und schreiben. Allerdings erfordert es einiges an Zeit, sich das selbst verständlich zu machen und auch umzusetzen.
  • Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. So hart es klingt: Wer das Ziel verfolgt, eines Tages seine Geschichte auf Papier zu bringen, der sollte nicht darauf warten, das es ein anderer für ihn tut. Schaff dir Zeit, um wenigstens ein paar Abschnitte am Tag zu schreiben. Es gibt Tage, da hat man keine Zeit, aber verdammte Lust auf das Schreiben. Und natürlich gibt es Tage, da hat man Zeit, aber nicht so recht Lust oder keine Inspiration. So geht es mir auch. Und trotzdem habe ich geschrieben und geschrieben und geschrieben. Hierbei geht es darum, sich selbst zu überwinden und einen alltäglichen Rhythmus zu finden.
  • Der NaNo allein ist nur ein winziger Schritt, um dich und deine Schreiberei in Form zu bringen. Übung macht den Meister. Momentan finde ich alles miserabel schlecht, was bisher auf dem Papier steht. Allerdings schreibe ich diese Geschichte für mich und um sagen zu können, ich hab etwas fertig geschrieben. Ich habe es geschafft. Und – ein schlechter Entwurf ist besser als gar kein Entwurf.
  • Je länger du am Ball bleibst, desto stolzer wirst du sein, wenn du durch die vielen Seiten scrollst und du deine Geschichte auf einem ganz anderen Level kennelernst. Du wirst neue Züge an deinen Charakteren kennenlernen, du wirst Szenen auf den Kopf stellen und womöglich in eine komplett andere Richtung katapultiert werden. Das alles hättest du nie erfahren, wärst du nicht am Ball geblieben.
Was kann ich aus dem NaNoWriMo lernen?
  • Der erste Entwurf der Rohfassung ist absoluter Müll. Aber hey, wen stört’s? Umso mehr freue ich mich auf die Überarbeitung und die neuen Ideen, die ich mir separat notiert habe und die ich später mit einarbeiten werde.
  • Such dir Motivation. Erzähle deinen Freunden davon, deiner Familie, sodass sie dich hin und wieder fragen werden, wie es denn so läuft und du unter Druck gesetzt wirst. Tausch dich mit anderen Schreiberlingen aus, ganz gleich ob auf Twitter, Youtube oder der offiziellen Nanoseite.
  • Jeder Autor hat irgendwann einmal dort begonnen , wo ich gerade sitze. Und das ist ein ziemlich beruhigendes und wunderbares Gefühl.
  • Das A und O: Habe immer genug Tee im Haus.
  • Schreibblockaden gibt es nicht. Sie sind nur ein anderes Wort für Prokastination.
  • Wortwiederholungen sind ätzend.
  • Auch Synonyme gehen mit der Zeit aus.
  • Outlines / Vorbereitung sind alles.
  • Pinterest ist heilig.
  • Und das wichtigste: Man kann seine Angst vor dem Schreiben und den inneren Schweinehund überwinden, um etwas Großartiges zu schaffen. Für dich selbst. Für dich ganz allein. Du kannst es schaffen, wenn du nur willst.

Momentan habe ich mein Word-Dokument geöffnet. Es fühlt sich komisch an, weiterzuschreiben, ohne nach jedem Satz hoffnungsvoll auf die Wortzahl zu sehen. Nun gibt es keinen NaNo mehr. Nun setze ich allein die Deadline. Und das ist alles noch viel aufregender und seltsamer, als die ersten Tage des NaNos.

Tja, das war der NaNo 2015. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Außerdem hat es mich selbst ein Stück vorangebracht, diese wirren Einfälle meiner Geschichte zu etwas Ganzem zu formen. Natürlich ist der Roman noch lange nicht fertig. Grob geschätzt bin ich gerade am Anfang des zweiten Drittels vom ersten Teil angelangt und habe stolze 124 Seiten gefüllt. Ich hoffe, ich kann mir einige Lektionen in den kommenden Monaten verinnerlichen und so am Ball bleiben wie im Moment.

Ich hoffe, ihr anderen NaNo-Teilnehmer seid genauso zufrieden mit eurem Ergebnis wie ich mit meinem. Ganz gleich, ob euch noch Worte gefehlt haben oder ihr es über die Ziellinie geschafft habt. Ihr habt das Ding gerockt! Und eure Geschichten werden einen Menschen mit Sicherheit berühren – euch selbst.

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