Das Jahr magischen Denkens von Joan Didion | Rezension

Heute gibt es seit langem mal wieder eine Kurzrezension. Vor wenigen Tagen habe ich das Buch „Das Jahr magischen Denkens“ von Joan Didion beendet, worüber ich nun ein paar Gedanken loswerden möchte. Die Booktuberin Nici hat mir das Buch ziemlich schmackhaft gemacht, da ich im Moment etwas Abstand zu den Mainstream-YA-Büchern nehmen will. Das Buch ist dann auch gleich in den Einkaufskorb gewandert und wurde sofort gelesen.

Worum geht es?

„Das Jahr magischen Denkens“ befasst sich mit dem Jahr danach. Dem Jahr, nachdem der Ehemann von Joan Didion plötzlich und unerwartet stirbt. Die Autorin erzählt in diesem Buch über ihre Trauer und ihre Erinnerungen an John sowie über die zusätzliche Last mit der schweren Krankheit ihrer Tochter Quintana. – List

Joan Didion_Das Jahr magischen Denkens_Bild

Das Jahr magischen Denkens | Joan Didion
254 Seiten • Taschenbuch • List

Wie war mein Eindruck?

Im Allgemeinen hat mich das Buch eher nachdenklich und unzufrieden zurückgelassen. Von einem Buch, das sich mit dem Tod geliebter Menschen und der Trauer beschäftigt, erwarte ich einfach mehr. „Das Jahr magischen Denkens“ hat für mich kein richtiges Gefühl. Ab und an tauchen zwar Abschnitte auf, die die Trauer von Joan Didion berührend beschreiben, allerdings überwiegen in dem Buch Informationen aus anderen Büchern, die den Tod thematisieren.

“I could not count the times during the average day when something would come up that I needed to tell him. This impulse did not end with his death. What ended was the possibility of response.”- Joan Didion

Es gibt Zitate aus Studien, aus Fachzeitschriften und -büchern. Leider hat es dadurch den Ton des Buches irgendwie verschoben. Das Buch handelt nicht nur um die Verarbeitung vom Tod des Ehemanns, es dreht sich vor allem auch um die Erinnerungen an das Leben von Didion und John. Episoden, die nicht so wirklich zu dem Buch beitragen. Es wird vielmehr gezeigt, was für berühmte Leute das Paar kennt und wo sie überall Urlaub gemacht haben, wo sie exklusiv Essen waren und an welchen Events sie teilgenommen haben. Es wirkt nicht greifbar für Nicht-Promis.

“A single person is missing for you, and the whole world is empty.” – Joan Didion

Man erahnt in dem Buch, dass Didion gut schreiben kann, allerdings hat es sich die ganzen 250 Seiten über distanziert angefühlt. Als sei sie noch nicht bereit, mehr zu teilen, sich mehr zu öffnen. Ab und an gab es Punkte, die wirklich „echt“ wirkten, leider nur viel zu selten. Gerade von einem Buch, das das Thema Trauer im Fokus hat, erwarte ich mehr Tiefe. Eine Verbindung zu den Personen. Am Ende war ich einfach unzufrieden von der Distanz, des kühlen Stils und auch den an der Oberfläche angerissenen Gefühlen der Trauer. Daher konnte mich das Buch einfach nicht bewegen. Mich nicht erreichen. Vielleicht werde ich zu späterer Zeit erneut zu einem Buch von Didion greifen, ich weiß es noch nicht.

“Life changes fast. Life changes in the instant. You sit down to dinner and life as you know it ends.” – Joan Didion

 

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Ein Gedanke zu “Das Jahr magischen Denkens von Joan Didion | Rezension

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