Assassin’s Heart von Sarah Ahier | Rezension

Meine Oma hat mir für den bestandenen Bachelor den Debütroman Assassin’s Heart von Sarah Ahier zugesteckt. Und natürlich habe ich es direkt gelesen. Da das Buch erst kürzlich erschienen ist, sind bisher noch nicht viele Meinungen dazu bekannt. Umso besser – dadurch konnte ich vollkommen unvoreingenommen an das hübsche Buch herantreten. Auch über die Geschichte an sich war mir nicht viel bekannt, sodass ich umso mehr entdecken konnte.

Worum geht es?

Das Buch spielt in dem Königreich Lovero, in dem neun Assassinen-Familien ihre Territorien beherrschen. Das Land gehört dem Glauben an die Göttin Safraella an, die Mord duldet und Wiedergeburt verspricht. Unsere Protagonistin Lea gehört zu der mächtigsten Familie, den Saldanas. Sie führt eine heimliche Beziehung mit Val, der zu den gefährlichsten Konkurrenz der Saldans gehört, den Da Vias. Doch eines Tages wacht Lea auf und befindet sich in einem Meer aus Flammen, Rauch und Tod wieder. Ihr zu Hause wurde zerstört, ihre Familie ermordet. Mit Rache im Herzen macht sie sich auf den Weg, den Mörder ihrer Familie zu finden. Und zu töten. – Harper Teen

Assassins Heart_Sarah Ahier_Rezension_Buch

Assassin’s Heart | Sarah Ahiers
420 Seiten • Hardcover • Harper Teen

Wie war mein Eindruck?

Das Buch Assassin’s Heart  war für mich ein unterhaltsames Leseerlebnis. Es ist zwar kein Meisterstück, aber es hat sich trotz seiner 400 Seiten schnell lesen lassen. Die Idee hinter der Geschichte ist eigentlich alt bekannt: Familie des Protagonisten wird ermordet, er schwört Rache, blablah. Das Buch zeichnet vor allem das Worldbuilding aus, die ausgebauten Darstellungen der Religionen und deren Ausmaß auf die Handlung.

Das Worldbuilding ist genial. Die Städte werden unterschiedlich, aber genau im richtigen Maße beschrieben und lassen ein wahres Kopfkino entstehen. Ebenso hat die Autorin ganze Arbeit geleistet, was den Religions-Aspekt betrifft. In Assassin’s Heart bildet der Glaube an Safraella eine wichtige Grundlage für die Geschichte. Hier existieren Götter und Geister, hier werden Tote nach dem Tod wiedergeboren, solange sie fest an Safraella glauben. Die Assassinenfamilien handeln nach dem Willen von Safraella und morden in ihrem Sinne. Ihre Opfer bekommen geprägte Goldmünze in den Mund, damit sie nicht als dunkle Geister durch die Länder wandern.

Den Aspekt mit den verschiedenen Familien von Assassinen ist ebenfalls ein interessanter und gut ausgearbeiteter Punkt der Geschichte. Es gibt neun von ihnen, alle verschieden mächtig, reich und groß. Es gilt stets: Familie vor Blutsfamilie. Jede besitzt eine eigene Farbe, jeder Assassine ein eigenes Muster auf seiner Maske. Ihre Häuser sind gut versteckt vor den anderen Familien, allerdings sind Eheschließungen untereinander und Familienwechsel nicht ausgeschlossen.

Lea war für mich als Charakter okay. Ich mochte sie nicht, aber ich hasste sie auch nicht. Sie war einfach da und hat ihre Geschichte erzählt. Leas Fähigkeiten als Assassine werden für meinen Geschmack etwas zu doll gelobt. Ständig passieren ihr die dümmsten Fehler, obwohl ihr das – gerade nach so einem starken Einschnitt in ihr Leben – auch etwas Menschliches verleiht. Hin und wieder hätte ich mir aber etwas mehr Gefühl von ihr gewünscht, z.B. tiefere Trauer um ihre Familie.

Gleich zu anfang des Buches lernen wir auch Val kennen. Er ist der Sohn der Da Vias-Familie und führt eine heimliche Beziehung mit Lea. Obwohl Lea ihn als arrogant und selbstverliebt bezeichnet, mochte ich Val. Ich hätte ihn gerne mehr von ihm gelesen, denn so recht wurde ich nicht schlau aus diesem Jungen. Alession hingegen habe ich sehr in mein Herz geschlossen. Er ist ein ziemlich optimistischer junger Mann, der gerne etwas für andere tut, ohne etwas dafür zurückzufordern. Dennoch hätte ich mir auch von ihm mehr Tiefe gewünscht, wie von allen anderen Charakteren auch.

Die Handlung war durchwachsen. Gerade der mittlere Teil zieht sich ein wenig und viele Gedanken von Lea werden wiederholt. Dort hätte ein größerer Spannungsmoment Schwung reinbringen können. Der Anfang als auch das Ende waren für mich in Ordnung und es war schön ein Buch im High Fantasy zu lesen, das ein Einzelband ist. Die Handlung ist mit dem Buch abgeschlossen und rund. Das Buch wird wie eine Mischung von Romeo und Julia und Der Pate angepriesen, allerdings war vom ersteren nichts zu spüren und vom zweiteren nur ein kleiner Hauch. Es wird ja gemunkelt, dass wohl noch Companion-Bände folgen werden, was ich super finde! Es gibt eine Menge Potenzial, gerade mit Hinblick auf die anderen Familien oder dem Ende des Buchs für verschiedene Charaktere.

Alles in allem mochte ich das Buch, auch wenn es kein Stern am Himmel der Jugendliteratur ist. Gepunktet hat es durch verdammt gutes Worldbuilding sowie den Religions- und Familienaspekt. Leider waren die Charaktere flach und die Handlung an manchen Stellen langatmig. Das Ende hingegen war etwas zu flott.

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