[Rezension] Spinner | Benedict Wells

Worum geht’s?

Jesper Lier, zwanzig Jahre jung, wohnt in Berlin. Er hat große Pläne, Schriftsteller werden zum Beispiel. Doch so richtig will sein Leben nicht mit ihm klar kommen. Eine Woche begleitet man Jesper durch ein Meer aus Lügen, wilden Träumen und Angst, nie den richtigen Platz im Leben zu finden.

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Spinner | Benedict Wells
319 Seiten • Taschenbuch • Diogenes Verlag

Wie war mein Eindruck?

Mein erster Wells und er beeindruckte tief. Zumindest habe ich selten so ein Gefühl im Bauch, sobald ich die letzte Seite lese und das Buch vorerst zuklappe. Eine Mischung aus Zufriedenheit, Verständnis und Mitgefühl. Ein Gefühl, etwas Großartiges gelesen zu haben.

Die Grundidee von „Spinner“ ist eigentlich eine, die bekannt ist: ein junger Erwachsener, der vor dem Scheideweg steht, wohin es in seinem Leben gehen soll. Er möchte unbedingt Schriftsteller werden, seit zwei Jahren arbeitet er an seinem Manuskript. So richtig scheint es trotzdem nicht voranzugehen und das Geld wird auch weniger.

“Alle hatten Angst vor Lücken in ihrem Lebenslauf. Aber niemand schien Angst davor zu haben, seine Träume zu verraten.”- Benedict Wells

Die Handlung wird innerhalb einer Woche erzählt und ist in Tagen aufgegliedert. Jeden Tag kämpft sich Jesper durch sein Leben, manchmal allein, manchmal begleitet von guten Freunden oder quälenden Erinnerungen. Jeder hat hier seine Last zu tragen und doch spielt Freundschaft eine große Rolle. Und auch die Liebe, aber nur ein klitzekleines bisschen.

Im Fokus stehen ständig das Thema Zukunft, Arbeit und Träume. Soll man den sicheren Weg wählen oder doch seinen Träumen nachjagen, bis man sie leben kann? Soll man etwas riskieren oder lieber abwarten? Lieber ehrlich sein oder sich selbst etwas vormachen?

„Ich will keine Entscheidungen mehr treffen, ich habe das so satt.“ – Benedict Wells

Besonders hervorzuheben ist der Stil von Wells. Er lässt sich flüssig lesen und die jeweiligen Abschnitte sowie Kapitel sind genau richtig von der Länge her. Manche Sätze sind einfach auf den Punkt gebracht und treffen mit ihrer ehrlichen, direkten Art manchmal tiefer, als einem lieb ist.

„Es ist der Fluch der Jugend, dass man glaubt, ständig zu leiden. Doch wenn diese Zeit vorbei ist, stellt man verwundert fest, dass man sie geliebt hat. Und dass sie nie mehr zurück kommt.“ – Benedict Wells

Fazit: Unbedingt lesen!


5/5

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5 thoughts on “[Rezension] Spinner | Benedict Wells

  1. Ich LIEBE dieses Buch. Es beschreibt so tragikomisch, wie man sich als verlorener Mensch nach dem Abi fühlt und plötzlich nicht weiter weiß und irgendwie verloren geht – eine Situation, wo viele durchgehen, mich eingeschlossen.
    Ich muss dir unbedingt „Vom Ende der Einsamkeit“ ans Herz legen, es ist so berührend, wunderschön und mitreißend. Ich habe es schon x-mal gesagt und werde es wieder tun: Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, weil es mich nicht nur während des Lesens gepackt, sondern auch nachhaltig beeindruckt und bechäftigt hat.

    Alle Liebe
    Katha

    1. Genau an diesen Lebensabschnitt dachte ich dabei auch! Es war so gut beschrieben und die ganzen aufgewühlten Gefühle dabei, puuh.
      Das Buch möchte ich auch unbedingt noch lesen, ist es aber das Einzige, was noch in meiner Wells-Sammlung fehlt.
      Alles Liebe!

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